CHRISTOPH WENZEL

 

„Für einen Zyklus, der bei kluger Abwägung aller poetischen Mittel – Metaphorik, Klang, Dialekt – zu einer atmosphärisch dichten Komposition führt, für im Grundton elegische Miniaturen, denen es gelingt, eine Industrielandschaft, eine Zeit auf berührende Weise im Gedicht zu bewahren, erhält Christoph Wenzel den Alfred-Gruber-Preis 2012.“
 

 

das schwarzbuch die farbfotos
 
10 Gedichte
 
ES WAR GEWESEN: die blätter welkten
rußschwarzinsfrühjahrdazusommersdürre
lichtausbeute:derhimmelwarnuneinmal
ausverkauftundsonnegabesnachträglich
vomfaßdiebrandt-redenuntermdunstübers
blaue des nachts ist der himmel rot wie eine glut-
orange im garten wird das risiko mit feuchtem
finger in der luft geschätzt: im schlotschatten
hängt die wäsche heut im keller wo das grau-
gemüse wie verkohlt – herne und wanne und
nebenan ist wieder einer: weg vom fenster

 

 

 

 

Biographie:

Geboren 1979 in Hamm/Wetsfalen.

Lebt in Aachen.

 

Studium der Germanistik und Anglistik in Aachen. Arbeitet als Autor und Herausgeber der Literaturzeitschrift „SIC“ in Aachen. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften wie „Edit“, „Belletristik“, „Das Gedicht“ und in Anthologien, etwa „Jahrbuch der Lyrik“, „Lyrik von JETZT zwei“, „Neubuch“ und „Der Deutsch Lyrikkalender“.

 

Auszeichnungen, Preise und Stipendien: 2007 Arbeitsstipendium der Staatskanzlei NRW; 2008 Auslandsstipendium in Amsterdam der Staatskanzlei NRW; Finalist beim „Leonce-und-Lena-Preis“, Darmstadt; 2010 Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW; 2011 Arbeitsstipendium des Landes NRW.

 

Buchveröffentlichungen (Auswahl): „zeit aus der karte“ (Gedichte). Aachen: Rimbaud 2005; „tagebrüche“ (Gedichte). München: yedermann 2010.