KARIN FELLNER

 

„Eine Poesie, die sich auf den Zauber des Phantastischen versteht, genauso wie auf den Blick für die verborgenen Öffnungen und Zwischenräume, die „subraumrisse“, in denen immer wieder etwas Neues anfangen kann. Der dichterische Schwung dieses surrealistisch unbekümmerten Lobs der Torheit überzeugte die Jury – der Medienpreis des RAI Sender Bozens geht an Karin Fellner.“
 


Q U A P L A
 
                                          Er ist (uns) entwischt.
                                                              (Brazil)
 
qapla sagt die närrin dem wind
und wickelt ihn um den kleinen
schwurfinger dass sie nimmer
die schüttelnden menschen vergäße
und wie aus hangar und haft-
stoffen alles enthupfte
im großen bauschen der sphären
 
sie ruft kannibalen aus
der lodernden metropole
und dirigiert nukleare
untertassen über
träge knirschende trassen
tritt sie ins leere und bettet
den wind in den heiligen wind

 

 

 

 

Biographie:

Geboren 1970 in München

Lebt in München

 

Studium der Psychologie in Konstanz und der Literaturwissenschaft in München. Sie arbeitet als Autorin, Schreibcoach und Lektorin. Seit 1999 leitet sie Lyrikseminare und seit 2008/2009 Projekte des Lyrik Kabinetts und des Literaturhauses München. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften.


Auszeichnungen, Preise und Stipendien: 2005 Förderpreis im "Leonce-undLena-Preis"; 2006 Förderpreis für Lyrik der Internationalen Bodenseekonferenz; 2008 Bayerischer Kunstförderpreis Sparte Literatur.