Preise:
Heinz Peter Geißler
Lyrikpreis Meran: 8.000 Euro (Südtiroler Landesregierung)
„Einige wenige Gedichte vermögen es, uns auf die “Schattenrost”-Seite der Wörter zu führen, dorthin, wo der Tag „mitm Zittern der Nachholgeschwindigkeit“ zu beginnen pflegt. Diese Gedichte sind in ihrem Eigensinn beharrlich; sie löcken nicht nur wider den Stachel, sondern scheinen der Sache selbst den Stachel zu ziehen. Sie fügen sich aus verblüffenden Sentenzen, die niemals gesucht, immer aber unmittelbar einleuchtend sind.“
Verica Tričković
Stiftung Südtiroler Sparkasse: 4.000 Euro
"Der zweite Preis würdigt eine Lyrik, die tagein von der Vergangenheit spricht – und tagaus von der Schwierigkeit, das Vergangene noch zu fassen, mit ihm umzugehen, für das Geschehene, für Verletzungen und Verletzlichkeiten eine Sprache zu finden, Ängste zu adressieren, die mehr als nur die eigenen sind. [...]. Die poetischen Bewegungen führen in die Tiefe des Kupferbergwerks bei Bor, in Trichter aus Trauer, in die Geschichte von Großvater, Vater und Müttern. Mit Tiefenechos aus diesen und anderen «geschärften Fördergründen» suchen die Verse einzukreisen, «wo ich herkomme» – in tastenden Bewegungen, die neben berückender Schönheit Spuren von Gewalt offenbaren, in denen Schafe keine harmlosen Akteure in Tiergeschichten sind.“
Hartwig Mauritz
Medienpreis RAI Südtirol: 3.000 Euro
„Was vermag Lyrik? Sie vermag es, einzelne Momente, die tief im kollektiven Vergessen versunken sind, der Auslöschung wieder zu entreißen. Die Gedichte, die wir heute auszeichnen möchten, vermögen es sogar, den Blick hinter fast vergessene historische Ereignisse auf Einzelschicksale zu richten, die in keinem Geschichtsbuch stehen. Diese Gedichte stemmen sich gegen das Vergessen, sie machen die Auslöschung rückgängig, sie geben die Würde den Namenlosen, den Geschundenen einen Augenblick lang zurück; für die Dauer eines Gedichts vermag Lyrik der Gegendiskurs sein, der dem Narrativ der Geschichtsbücher oft fehlt. Der uneitle Sprachgestus, das nüchterne Pathos dieser Trauergedichte, ihre ästhetische Freiheit, die sich nicht um literarische Trends kümmert, die nicht um die Gunst der Kritiker buhlt, bilden zusammen das Alleinstellungsmerkmal dieser Gedichte, die die Jury so sehr angesprochen haben, dass wir sie auszeichnen möchten.“
Komitee Lyrikpreis Meran:
Elmar Locher, Ferruccio Delle Cave, Robert Huez, Ulrich Stadler, Ernest Wichner
Organisationsteam:
Katrin Klotz und Christine Vescoli
Partner:
Stadtgemeinde Meran, Stadtbibliothek Meran, Kurverwaltung Meran, Südtiroler Landesregierung – Abteilung Deutsche Kultur, Stiftung Südtiroler Sparkasse
Kontakt:
Elmar Locher (Präsident), Christine Vescoli (Presse)
info [at] lyrikpreis-meran.org